PFIFF gGmbH Hamburg

20.01.2014

Stellungnahme zum Tod eines kleinen Mädchens in Hamburg.

Auch wenn der tragische Tod der kleinen Yagmur schon einige Wochen her ist, beschäftigt er auch weiterhin die Fachkräfte von PFIFF. Denn der Träger setzt sich mit seinen Angeboten an Ambulanten Hilfen schon seit Jahren dafür ein, dass Übergänge zwischen leiblichen Eltern und Pflegefamilie sorgfältig geplant und die Rückführung eines Pflegekindes in seine Herkunftsfamilie durch intensive Elternarbeit begleitet werden.

Deshalb veröffentlicht PFIFF diese Stellungnahme zum Tod von Yagmur: „Mit großer Bestürzung haben wir die Nachricht vom Tod der kleinen Yagmur zur Kenntnis nehmen müssen. Grausam sind die Bilder, die sich einem bei der Vorstellung des Leidenswegs der 3-jährigen aufdrängen.

Ohne Näheres zu den Umständen des ‘Falles’ zu wissen, haben wir der Presse entnommen, dass es trotz unklarer Zuständigkeiten und ungeklärten Vorwürfen von gewaltsamen Übergriffen zu einer Rückführung gekommen war.

Wir wissen aus der Forschung, dass Wechsel von einem Lebensort zum anderen für Kinder sehr sensibel und mit hohen Risiken verbunden sind. Bei Yagmur hat es dem Anschein nach gleich mehrere gegeben: Vom Elternhaus zu Pflegeeltern, von Pflegeeltern ins Krankenhaus, vom Krankenhaus ins Kinderschutzhaus, vom Kinderschutzhaus nach Hause. Viel zu viele für ein erst 3-jähriges Kind.

PFIFF fordert nachdrücklich eine sorgfältige Perspektivklärung und -planung zu Beginn der Fremdunterbringung eines Kindes und – wenn eine Rückführung fachlich geboten ist - die Unterbringung in speziell vorbereiteten Pflegefamilien bei gleichzeitiger intensiver Elternarbeit als deren unabdingbare Voraussetzung und notwendige Folge.

Ob dies im Falle Yagmurs geschehen ist oder nicht, entzieht sich unserer Kenntnis. Aber wir kennen die Folgen der Überlastung in den Hamburger Jugendämtern und die fatalen Auswirkungen von ungeklärten Zuständigkeiten und häufigen Wechseln. Insofern ist dies ein Appell an die Verantwortlichen in dieser Stadt, die notwendigen Bedingungen für Kontinuität in den Jugendämtern zu schaffen und damit auch Kontinuität in der Hilfeplanung zu ermöglichen.”