PFIFF gGmbH Hamburg

Sonderpflege

Geborgen in Familie

Sonderpflege

Nur wenige Kinder mit Behinderung wachsen bislang in Pflegefamilien auf. Wenn diese Kinder nicht bei ihren Eltern leben können, werden sie in der Regel in spezialisierten Einrichtungen untergebracht. Auf diese Weise lernen sie nie die Geborgenheit einer Familie kennen. Bei Marcel lief es anders: Er kam in der 23. Schwangerschaftswoche in einem Krankenhaus in Oldenburg zur Welt – ein Frühchen mit 600 Gramm Geburtsgewicht. Seine Eltern zeigten kein Interesse an dem Kind. Ihm machte anfangs nicht nur seine unreife Lunge zu schaffen. Marcel litt auch sehr darunter, dass er keinen Körperkontakt, keine Zuwendung durch seine Mutter hatte.

Es ist erwiesen, dass für Frühchen neben medizinischer Hilfe besonders die Nähe vertrauter Menschen überlebenswichtig ist. Deshalb kümmerte sich das Krankenhaus in Oldenburg um eine ehren- amtliche Helferin, die das Kind regelmäßig besuchte. Doch die entscheidende Weichenstellung im Leben von Marcel kam zustande, als eine der für ihn zuständigen Krankenschwestern aktiv wurde. Sie erinnerte sich an ihre Hamburger Kollegin Sandra Kuntze, die gerade gemeinsam mit ihrem Mann die Schulung als Pflegeeltern absolvierte. Die Kinderkrankenschwester zögerte, als sie von Marcel erfuhr: Ein Frühchen, das mit Sauerstoff versorgt und ständig per Monitor überwacht werden musste – würde das nicht sie, ihren Mann und ihre drei Kinder zwischen 5 und 18 Jahren überfordern? Im gemeinsamen Gespräch beschloss die Familie, diese Herausforderung anzunehmen und sich beim zuständigen Jugendamt in Niedersachsen zu bewerben. Das Jugendamt machte zur Bedingung, dass Familie Kuntze einen Träger in Hamburg findet, der das Pflegeverhältnis ortsnah begleitet. So kam die Familie zum Fachdienst für Pflegekinder mit Behinderung von PFIFF, der die Begleitung der Pflegefamilie übernahm. Marcel konnte schließlich vier Monate nach seiner Geburt zu Kuntzes wechseln und wird seither von Sandra Kuntze und der ganzen Familie medizinisch und emotional so versorgt, wie es notwendig ist. Marcels Zustand stabilisierte sich schneller als erwartet. Er wird immer ein Kind mit besonderen Anforderungen bleiben, aber durch die Vermittlung an geeignete Pflegeeltern hat er die Chance, in der Geborgenheit einer Familie aufzuwachsen.

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